Kate gerettet und gegen Kernkraft gekämpft

Serie „Frauen haben was zu sagen“, heute: die Künstlerin Monika Breustedt

Elnishorn. Im Elmshorner Rathaus gab es die Ausstellung von Frauen-Porträts, angefertigt von der Fotografin Elke Ubl aus Elmshorn. Dazu hatten die Frauen etwas geschrieben unter dem Motto: „Frauen haben in Elmshorn was zu sagen“. Heute: Monika Breustedt.
1945 wurde ich in Harzburg geboren – mein Vater fiel wenige Tage vor meiner Gehurt. 1948 bis 1962 bin ich aufgewachsen mit Mutter und Großmutter in Bad Lauterberg im Harz. Meine Familie war stark sozialdemokratisch geprägt, mein Großvater Mitglied des ersten Deutschen Bundestages. Meine Mutter arbeitete als selbständige Kauffrau.
1962 begann ich ein Grafikstudium in Bielefeld, bewarb mich ein Jahr später bei der heutigen Hochschule der Künste in Berlin, wurde angenommen und beendete das Studium 1968 erfolgreich.
Mein erster großer Auftrag war die die Einbandgestaltung der Geheimnisserie von Enid Blyton.
1969 Heirat mit Werner Kokemüller, den ich während des Studiums kennen lernte. 1970 verließen mein Mann und ich Berlin und zogen in die Nähe von Glückstadt. Wir erwarben eine alte Kate und retteten sie damit vor dem Abriss – heute steht sie unter Denkmalschutz.
Es war an der Zeit, gemeinsam mit Nachbarn und Gleichgesinnten gegen den Bau des Atomkraftwerkes Brokdorf zu protestieren. 1972 bis 1977 Studium an der Pädagogischen Hochschule Kiel – Kunsterziehung/Textiles Gestalten. Hier sah ich das erste Mal Bilder von Morandi, diesem italienischen Maler und Grafiker der pittura metafisica, dessen Arbeit stark Cesanne und dem Kubismus beeinflusst war. Ich erkannte für mich: „Ding und Raum, Stillleben und Landschuft sind Träger magischer Spuren der mich umgebenden Wirklichkeit.“
Nach dem Examen erhielt ich nicht die Möglichkeit, in den Schuldienst einzutreten. Ich intensivierte meine freie künstlerische Arbeit. 1976 erste Einzelausstellung im Brockdorff-Palais Glückstadts. Ausstellungsbeteiligungen folgten. 1982 Einzelausstellung im Kunsthaus der Stadt Itzehoe, 1983 in der BfG Elmshorn.
Inzwischen war ich Mitglied in den Berufsverbänden Bildender Künstler in Hamburg und Schleswig-Holstein sowie im Künstlerbund Steinburg.
Es folgten weitere Ausstellungen und 1984 ein Stipendium des „Atelierhaus Worpswede“ mit finanzieller Unterstützung der Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Gleichzeitig trennte ich mich von meinem Mann. Die Scheidung erfolgte 1987. In Worpswede arbeitete ich im Vorstand der „Vereinigung Worpsweder Künstler- und Kunstfreunde“.
Ich unternahm viele Reisen, unter anderem nach Italien, Russland, Sri-Lanka und China. Es ergaben sich Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In-und Ausland.
1993 erhielt ich einen Preis für Aquarell („Bernhard-Kaufmann-Preis“). 1995 widmete mir der Kunstverein Osterholz-Scharrnbeck eine Ausstellung zum 50. Geburtstag.
1998 verließ ich aus persönlichen Gründen nach 13 Jahren Worpswede und ging nach Spanien. 1999 Einzelausstellung im Hotel Formentor auf Mallorca. Es folgen Ausstellungen in Spanien und Deutschland im Wechsel; doch letztlich ist es nicht nur der Kulturraum, sondern sind es vor allem alte, gewachsene Freundschaften, die mich bewegen, wieder nach Norddeutschland zu ziehen.

Elmshorner Nachrichten 17.8.2002

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